Tu-22M Backfire

Mit der Tu-22M verhält es sich wie mit der Tu-22. Es wurden nur sehr wenige Informationen veröffentlicht. Bei der Backfire handelt es sich um eine direkte Weiterentwicklung der Blinder, weshalb sie in der NATO auch den Namen Tu-26 trägt.
Bereits im Jahre 1959 machte man sich Gedanken über die Nachfolge der eher weniger erfolgreichen Blinder. Mehrere Vorschläge wurden eingereicht, als Favoriten kristallisierten sich die Suchoi T-4 und die Tupolew Samolet 125 heraus. Während der Testphase der beiden Typen kam es in der Sowjetunion zu einem Führungswechsel. Gleichzeitig kam es zu einer Neudefinition für das zukünftige Bombenflugzeug. Es sollte vielseitiger werden, eine viel größere Nutzlast über eine größere Reichweite transportieren und von Behelfspisten aus eingesetzt werden könne. Während man bei Suchoi versuchte die T-4 anzupassen, reichte Tupolew sein Samolet 145 ein, eine veränderte Blinder. Der Vorteil lag hierbei in der getesteten und erprobten Grundkonstruktion, welche nicht nur die geforderte Beladung mit Kh-45, sondern auch mit der älteren Kh-22 sicherstellte. Im November 1967 erhielt Tupolew auch den Zuschlag. Die Samolet 145 war zwar aus technischer Sicht das schlechtere Waffensystem, die Nutzlast war aber größer und die Kosten niedriger als bei der aus Titan gefertigten T-4. Zwar sprach man anfangs von einer Weiterentwicklung der Blinder, als die ersten Prototypen ab 1969 hergestellt wurden, beschränkten sich die Gemeinsamkeiten der beiden Typen allerdings auf das Bugfahrwerk und die Klappen des Bombenschachts. Die Erprobung der insgesamt 9 Prototypen dauerte bis 1971, man musste erst Erfahrungen mit den neuen Schwenkflügeln sammeln und die geforderten Flugdaten wurden anfangs noch nicht erreicht. Ab 1971, nach Einstellung der Produktion der Blinder ging die Backfire in Serie.

Serienversionen

Tu-22M1 Backfire-A -erste Serienversion
  -9 Stück hergestellt von 1971-72
  -Einsatz fast ausschließlich bei der Marine
  -Konstruktive Schwächen
Tu-22M2 Backfire-B -211 Stück hergestellt von 1972-83
  -große Beliebtheit bei den alten Blinder Besatzungen
  -Designänderungen
  -Änderungen der Flugsteuerung und der Navigationsanlage
  -sehr kurze Wartungsintervalle
  -Probleme mit dem ECM System
  -Ablösung von Materialien innerhalb der Lufteinlässe bei Tiefflügen
Tu-22M3 Backfire-C -letzte Serienversion
  -268 Stück hergestellt von 1983-93
  -Modernisierungsprogramm begann in den 70'er Jahren
  -neue Triebwerke mit schrägen Lufteinlässen
  -Gewichtsreduzierung um 2.9t
  -Erhöhung von Reichweite, max Zuladung, Vmax
  -Erhöhter Radarquerschnitt
   
Tu-22M4 Backfire-D -Prototyp von 1990
  -keine Serienreife
   
Tu-22M5 Backfire-E -Modernisierungsprogramm für vorhandene Backfire-C
  -Fazotron-NIIR Radar (automatischer Geländekonturflug)
  -modernes Navigationssystem (GPS?)
  -Abwehrbewaffnung erneuert
  -Bewaffnung mit Kh-101 und Kh-SD möglich

  

Cockpit
Im vorderen Bereich sitzen die beiden Piloten unter von der Mitte her aufzuschwenkenden Flügeltüren. Weiter hinten befinden sich die Sitze für den Navigator und den Bombenschützen

Avionik
In der Nase Befindet sich die neueste Version des "Down Beat". In der Backfire-C soll ein neueres System im Einsatz sein, über das aber keine Daten vorliegen. Zur Steuerung der Heckbewaffnung dient ein "Box Tail" Radar. ECM und IR-Warner sind vorhanden. Zum besseren Bombenwurf benutzt man eine im Vorderrumpf eingebaute Videokamera.

Bewaffnung
GSh-23-2 Bordkanone im Heckstand, As-4 "Kitchen", As-6 "Kingfish", As-16 "Kickback", diverse atomare und konventionelle Freifallwaffen

 

Die Tu-26 befindet sich derzeit mit ca. 400 Maschinen im Truppeneinsatz, wobei ihre Einsatzfähigkeit durch die extrem schlechte finanzielle Ausstattung der russischen Streitkräfte eher gering ist.

 

Tu-26_05_kl.jpg (12891 bytes) Tu-26_06_kl.jpg (10198 bytes)
Tu-26_03_kl.jpg (7258 bytes) Tu-26_04_kl.jpg (10518 bytes)

Mehr Tu-22M Bilder

BACK