Su-39

Die Su-39 ist das letzte, aber auch das leistungsfähigste Bodenkampfflugzeug, welches in der ehemaligen Sowjetunion entwickelt wurde. Ein westliches Gegenstück, welches man immer gerne zum Vergleich der verschiedenen Typen heranzieht, gibt es nicht. Die beiden letzten Maschinen dieser aussterbenden Zunft, die amerikanische A-10 und die anglo-französische Jaguar erreichen nicht das Einsatzspektrum und die Vielseitigkeit, und die A-10 steht mittlerweile auch kurz vor ihrem Ruhestand, während der Stern der Su-39 gerade erst aufgeht.

Als direkte Weiterentwicklung der Su-25 kann sie auf eine lange und erfolgreiche Einsatzdauer mit einigen realen Kampfeinsätzen zurückblicken, mehr als 6.000 beispielsweise in Afghanistan. In westlichen Armeen geht man immer mehr zur Verwendung von Mehrzweckflugzeugen über, welche zwar ein breites Spektrum von verschiedenen Einsatzszenarien abdecken können, sie sind aber eben nicht auf eine Aufgabe spezialisiert.

Schon die Su-25 war zur direkten Unterstützung der Bodentruppen an der vordersten Front, und nur dafür konzipiert. Da ihre Entwicklung schon einige Jahre zurückliegt und die Entwicklungen auf dem modernen Gefechtsfeld auch nicht gerade gering waren, entschloss man sich Entwicklung eines Nachfolgers, der aber keine komplette Neuentwicklung seien sollte. Der Beginn der Arbeiten war 1976. Das neu zu schaffende Flugzeuge sollte zur Panzer- und Punktzielbekämpfung unter jeder Witterungsbedingung und zu jeder Tages- und Nachtzeit befähigt sein und seine Hauptangriffswaffe sollte der lasergelenkte Flugkörper „Vichr-M“ (AT-X-16) werden.

Zur Erprobung bediente man sich der Su-25UB, einer zweisitzigen Trainerversion. Das hintere Cockpit entfiel und im freigewordenen Raum wurde zusätzliche Elektronik und ein Zusatztank untergebracht. Die staatliche Erprobung wurde 1993 abgeschlossen und 1994 erhielt die Maschine die offizielle Bezeichnung Su-39.

 

Cockpit

Das Cockpit ist, ebenso wie große Teile des gesamten Flugzeugs, mit einer Titanpanzerung versehen, welche effektiven Panzerschutz bis zum Kaliber 30 mm gewährleisten soll. Zusätzlich wurde der Splitterschutz im Rücken des Piloten verbessert, da es häufiger zu Verletzungen nach Treffern mit bodengestützten IR-Raketen, wie z.B. der „Stinger“ kam. Die Maschine übersteht im Normalfall einen Treffer in einem Triebwerk. Das Cockpit ist druckbelüftet und für Flughöhen bis 10.000 m ausgelegt. Die Instrumentierung besteht größtenteils aus MFDs, ein HUD ist vorhanden.

 

Avionik

Um den geforderten Aufgaben gerecht zu werden wurde die Su-39 mit einem hochkomplexen System von Sensoren und Steuerelektronik ausgestattet. Hauptsensor bildet die elektrooptische Anlage, welche aus einer Kombination von Restlichtverstärkern, TV-Kamera, Laserentfernungsmesser/ -zielbeleuchter besteht. Die Anlage ermöglicht das automatische Erkennen, Verfolgen und Bekämpfen von Boden- und Luftzielen. Beispielsweise kann ein Panzer in der Nacht bei abgeschalteten Scheinwerfern noch auf eine Entfernung von 3 km aufgeklärt werden, tagsüber steigt dieser Wert auf über 10 km. Bei automatischem Scannen eines bestimmten Geländeabschnittes beträgt die Entdeckungswahrscheinlichkeit von gepanzerten Zielen 80%. Das System geht dann sofort in den Modus Zielverfolgung über und kann einen automatischen Zielanflug incl. Waffeneinsatz durchführen. Nach erfolgreicher Bekämpfung kehrt das Flugzeug an den Ausgangspunkt zurück und setzt die Zielsuche automatisch fort.

Das Radarsystem „Kope“ ist das selbe wie in der MiG-21-93. Es soll in der Leistungsfähigkeit dem des amerikanischen AN/APG-68 entsprechen und zeichnet sich besonders durch seine kompakte Bauart aus. In der Su-39 dient es hauptsächlich zur Bodendarstellung, Navigation und zum Einsatz der Luft-Luft- und Luft-Boden Waffen. Es ist in der Lage, das Flugzeug an einen beliebigen Navigationspunkt mit einer Genauigkeit von 15 aus jeder beliebigen Entfernung heranzuführen. Die Erkennung von Panzergruppen soll bis auf Entfernungen von 15 km funktionieren. Damit bildet das Radar eine sehr gute Ergänzung zur elektrooptischen Anlage, welche nur bei guten Sicht- und Wetterverhältnissen funktioniert.

Die Navigationsanlage besteht aus einer Reihe von Subsystemen, die eine möglichst genaue Orientierung des Piloten auf dem Gefechtsfeld ermöglichen sollen. Sie besteht aus einem GPS-Empfänger, einer Doppler Navigationsanlage, einem ILS, einem Radarhöhenmesser, differentiales Navigationssystem GLONASS und einer Funknavigationsanlage.

EloKa-Anlage umfasst eine ganze Reihe von Sensoren und ECM zur frühzeitigen Erkennung und Bekämpfung von Bedrohungen, besonders von IR-Raketen.

 

Bewaffnung

Das Hauptwaffensystem der Su-39 ist der LFK AT-X-16, der sowohl gegen Boden- wie auch gegen langsamfliegende Luftziele eingesetzt werden kann. Er durchdringt Panzerungen bis 1 m Dicke und Trifft mit einer Zielabweichung von 0.6 m. Zur Standartbewaffnung gehört auch eine 30 mm Zwillingskanone NNPU-8M mit variabler Kadenz. Das Flugzeug kann noch mit einem breiten Spektrum an Luft-Luft- und Luft-Boden Waffen ausgerüstet werden, von freifallenden Bomben bis zu Radarbekämpfungsflugkörpern.

 

 

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