MiG-21 Fishbed

Die MiG-21 stellt eines der meist gebauten Strahlflugzeuge dar. Sie wurde von sehr vielen verschiedenen Nationen in sehr vielen verschiedenen Kriegen eingesetzt und obwohl ihr Entwurf auf Richtlinien zur Fertigung eines Kurzstrecken-Abfangjägers von 1953 beruhen, wird sie heute noch vielfach eingesetzt und von China sogar noch hergestellt. 1956 wurde sie der Öffentlichkeit vorgestellt und 1958 lief die Serienproduktion an. 

Vom Westen wurde die Konstruktion von Anfang an abgewertet. Umso erstaunlicher war es, dass Indien dann 1962 die MiG-21 orderte. Auch Nordvietnam setzte später auf die MiG-21, was US Air Force und US Navy zu spüren bekamen. Die amerikanische F-4 konnte der sehr wendigen MiG-21 im Kurvenkampf nur schwer folgen. Das Problem der Mig-21 waren aber ihre schlecht ausgebildeten Piloten und die noch schlechtere Avionikausrüstung. Durch die Konstruktion bedingt ist nur sehr wenig Platz im Bug zur Unterbringung von Sensoren vorhanden. Das Radar hat dadurch nur eine sehr begrenzte Leistung und einen eingeschränkten Schwenkbereich. Über 20 verschiedene Versionen der Fishbed sind bis heute entstanden. Ein sehr großes Problem, außer dem Radar, war von Anfang an das relativ schwache Triebwerk, sowie der geringe Treibstoffvorrat. Beides wurde ständig verbessert. Auch das Tragwerk wurde verändert, so zum Beispiel durch die Einführung von anblasbaren Flügelklappen, ähnlich der F-104 und der F-4, was den Auftrieb steigerte. Die relativ schwache Bewaffnung mit anfangs zwei Luft-Luft Raketen wurde durch Einbau einer Bordkanone und durch die zusätzliche Anbringung weiterer Waffenträger unter den Tragflächen erhöht.

Nach rund 10000 hergestellten Einheiten wurde die Produktion in der Sowjetunion eingestellt. Den heutigen Anforderungen an ein Jagdflugzeug entspricht die MiG-21 heute nicht mehr.

 

Cockpit
Das Cockpit wird von Analoginstrumenten beherrscht. Es verfügt außerdem über einen Radarschirm und ein Kreiselvisier. Der Schleudersitz des Piloten kann nur bei geschlossener Haube betätigt werden. Die Sicht des Piloten nach hinten ist durch die Rückenverkleidung stark eingeschränkt.

Avionik
Die nur unzureichende Avionikausrüstung besteht aus "Jay Bird" Radar mit einer Suchreichweite von 20 km. Weiterhin ist ein Radiokompass, ein Radarwarner und einem IFF ausgestattet.

Bewaffnung
Je nach Version eine doppelläufige 23 mm Bordkanone GSch-23-2 sowie diverse Luft-Luft und Luft-Boden Waffen

Die Wendigkeit der MiG-21bis ist mit Jägern der vierten Generation vergleichbar. Flugleistungen entsprechen heute noch den Anforderungen, Bewaffnung und Avionikausrüstung sind aber sehr mangelhaft.

Derzeit gibt es zwei Angebote zur Kampfwertsteigerung der MiG-21. Ein Angebot von IAI zur Steigerung zur MiG-21-2000 und ein Angebot mehrer russischer Firmen, die ein Paket zu Kampfwertsteigerung erarbeitet haben. Das Ergebnis ist die MiG-21-93. Beide Upgrades bescheren der MiG-21 ein modernes Cockpit und ein neues Radar, wobei sich die russischen Ingenieure fast selbst übertroffen haben. Ihr Radar hat eine Reichweite von über 50 km, beherrscht alle gebräuchlichen Luft-Luft und Luft-Boden Modi bis hin zur Erstellung von Karten, ist kompatibel mit den gebräuchlichsten Waffen und ist über ein HMD steuerbar. Die israelische Version kann mit dieser Leistung in keinster Weise mithalten, allerdings bieten die Israelis die Kampfwertsteigerung mit einer sehr guten Finanzierung an. Die miG-21 befindet sich vor Allem in finanzschwachen Entwicklungsländern noch im Einsatz .

 

Versionen

MiG-21F -erste Serienversion
-Triebwerk R-11F-300
-Bewaffnung: Bordkanone, ungelenkte Raketen u. Bomben
-nur kleines Entfernungsradar
MiG-21F -Einsatz von IR Raketen möglich
MiG-21P -Allwetterjäger
MiG-21PF -Serienversion der MiG-21P
-Such-/Zielvervolgungsradar R1L
-erweiterter Vorderrumpf
-verbessertes Triebwerk R-11F
-Wegfall der Bordkanone für eine vordere Luftbremse
-Starthilfsraketenanlage
MiG-21FL -Exportversion der MiG-21PF
-Triebwerk R-11-300
-Radar R2L
-keine Starthilfsraketenanlage
-kein SPS
MiG-21PFS -MiG-21PF mit SPS Flügelklappen (angeblasen)
MiG-21PFM -Triebwerk R-11F2S-300
-Radar R2L
MiG-21PFMA -verbesserte Mehrzweckversion der MiG-21PFM
-verbessertes Radar „Jay Bird"
-Zero/Zero Schleudersitz
-Anstellwinkelanzeige
-zusätzlicher Tankraum in Rückenwulst
MiG-21PD -Versuchsträger auf Basis MiG-21PFM
-zwei Hubtriebwerken
-Fahrwerk nichteinfahrbar
MiG-21R -Aufklärungsversion
-entspricht der MiG-21PFMA
-Aufklärungsbehälter mit Kameras, IR-Sensoren und ECM-Ausrüstung im Hinterrumpf
MiG-21SM -Triebwerk R-13-300
MiG-21M -Exportversion
-entspricht der MiG-21PFMA
-Triebwerk R-11F2S-300
-interne Bordkanone
MiG-21MF -entspricht der MiG-21PFMA
-interne Bordkanone
-Triebwerk R-13-300
-Rückspiegel auf dem Kabinendach
MiG-21MT ?
MiG-21RF -Aufklärerversion
-entspricht der MiG-21MF
-Ausrüstung wie MiG-21R
MiG-21SMT -verbesserte Version der MiG-21MF
-breitere Rückenverkleidung
-dadurch bessere Aerodynamik und höheres Tankvolumen
-ECM Ausrüstung
MiG-21bis -Mehrzweckversion
-Triebwerk R-25-300
-neue Avionikausrüstung
MiG-21U -erste zweisitzige Schulversion
-entspricht MiG-21F
-keine Kanonenbewaffnung
MiG-21US -entspricht der MiG-21U
-SPS
-Periskop für Fluglehrer
MiG-21UM -Trainerversion auf Basis der MiG-21MF
-Triebwerk R-13-300
MiG-21-93 von MiG-MAPO angebotene Version zur Kampfwertsteigerung
MiG-21-2000 von Israel angebotene Version zur Kampfwertsteigerung

MiG-21-93:

Radar „Kope": -Leistungsdaten entsprechen ungefähr dem AN/APG-68

Suchbereich +- 40°
Erfassungsreichweite „Jäger" 57km
gleichzeitige Ortung 10 Ziele
gleichzeitige Bekämpfung 2 Ziele
Masse 105kg

Radar „Superkope": -Suchbereich +-60°

Suchbereich +- 40°
Erfassungsreichweite „Jäger" 75km
gleichzeitige Ortung 24 Ziele
gleichzeitige Bekämpfung 4 Ziele
Masse 85kg

 

Radar „Moskit-1": -kann in MiG-21MF nachgerüstet werden

Suchbereich +-60°
Erfassungsreichweite „Jäger" 60km
gleichzeitige Ortung 12 Zielen
leichzeitige Bekämpfung  4 Ziele
Masse  70kg

 

Navigationssystem SNU -Trägheitsnavigationssystem
-Satelitennavigationssystem
-Steuerrechner
-Verarbeitungseinrichtung für geographische Daten
-Ermöglicht längere Tiefflüge in 30-50m Höhe incl. Abtauchen auf 10m
-Steuerung automatisch, halbautomatisch oder manuell
-Darstellung von Daten und Karten auf farbigen MFD's

Kampfeinsätze

Datum Ort
01.05.1960 Sowjetunion -vier MiG-21F als Kampfreserve für Abschuss von Powers
Oktober 1962 Kuba -unbewaffnete Kampfpatrouille von MiG-21F-13
10.03.1964 DDR -Abschuss einer RB-66 nahe Magdeburg
1966-72 Vietnam -Einsatz von MiG-21PF, MiG-21PFM, MiG-21FM, MiG-21MFL
-Verluste: 54 MiG-21
-Abschüsse: 103 F-4 Phantom II und 2 B-52
November 1963 Naher Osten -Verluste: eine syrische MiG-21
-Abschüsse: eine israelische MIRAGE IIIC
Juni 1967 Naher Osten -Verluste: 
125 syrische und ägyptische MiG-21 am Boden zerstört
15  MiG-21 durch MIRAGE IIIC
2  MiG-21 durch SUPER MINISTER
-Abschüsse: 
2 MINISTER
1 SUPER MINISTER
1URAGAN
1971 indisch-pakistanischer Krieg -Verluste: keine
-Abschüsse: 4 pakistanische F-104 Starfighter
1973 Naher Osten -Verluste: 
110 MiG-21
-Abschüsse: 
178, darunter MIRAGEIIIC, NASHAIR und F-4E Phantom II
1982 Südlibanon -Einsatz von syrischen MiG-21MF und MiG-21bis
-Verluste: 54 MiG-21
-Abschüsse: 
5 F-15A
1 F-16A
1 KFIR C2
25 sonstige
1983-1984 Iran-Irak Krieg -Verluste: eine irakische MiG-21
-Abschüsse: 5 iranische F-14A Tomcat
1986 Angola -Verluste: 
drei angolanische MiG-21 durch südafrikanische MIRAGE F.1C
-Abschüsse: eine südafrikanische C-130 Hercules

Wie wertvoll selbst die alte Fishbed in einer gut organisierten Luftabwehr seien kann, zeigt der Abschuss der F-117A über Serbien im Frühjahr 1999, an dem eine MiG-21 maßgeblich beteiligt war.

 

mig21_01_kl.jpg (16428 bytes) mig21_02_kl.jpg (9911 bytes)
mig21_03_kl.jpg (12954 bytes) mig21_04_kl.jpg (9348 bytes)

Mehr MiG-21 Bilder

BACK