|
MiG 1.42
Gesicherte Daten über die neue MiG
sind nur sehr schwer zu bekommen. Begonnen hat alles im Jahr 1983 unter dem Namen
MFI (mnogofunktsionalyi frontovoy istrebitel). Sie war als Gegenstück zur
amerikanischen F-22 gedacht. 1986 wurde der Designentwurf von MiG ausgewählt
und diesem der Name MiG 1.42 zugewiesen. Gleichzeitig begann die Entwicklung der
neuen AL-41F Triebwerke sowie des Feuerleitsystems.
Ausgelegt wurde die MiG als Luftüberlegenheitsjäger,
der in einer sekundären Rolle auch als Aufklärer oder zum Bodenangriff
verwendet werden kann. Wichtige Kernforderungen bei der Entwicklung waren
extreme Wendigkeit, Supercruise und Stealth-Fähigkeiten.
1994 war der erste Roll-Out für den
neuen russischen Jäger. Wegen technischer Probleme mit der Zulassung einiger Gerätschaften
und Flugzeugteile, sowie wegen finanziellen Schwierigkeiten lag das Projekt dann
bis Anfang 1999 brach. Im Januar wurde es dann der Öffentlichkeit vorgestellt.
Die genannten Leistungsdaten (theoretisch) sind beeindruckend. Vmax 2.6 mach. Supercruise
mit 1.6-1.8 mach. Schubvektorsteuerung. Angle-of-Attack bis 120° möglich. Reichweite
ohne Zusatztanks 3000 km. Elektronisches Radar in der Nase. Nach hinten
gerichtetes Radar im Heck. Interner Waffenschacht. Stealth-Eigenschaften nicht
schlechter als eine f-22.
All das hört sich gut an, geflogen
ist die maschine aber immer noch nicht. MiG will aber selbst Testflüge
bezahlen, wann diese stattfinden ist aber noch unklar.
Meine persönliche Einschätzung: Die
genannten Werte für Geschwindigkeit, Manövrierfähigkeit und Reichweite halte
ich für realistisch. Die beiden Triebwerke sind ausreichend stark, um dieses zu
gewährleisten (Verhältnis Schub:Gewicht 10:1).
Wo die maschine einen internen Waffenschacht
haben soll ist mir rätselhaft. Die beiden Triebwerke stehen sehr eng zusammen
und das Fahrwerk wird in den Rumpf eingezogen. Wo soll da noch platz für eine
interne Bewaffnung sein?
Von den ausgezeichneten Stealth-Eigenschaften
bin ich auch nicht überzeugt. Das Flugzeug hat zu viele Ecken und Kannten und Vorsprünge,
das gibt eine wunderbare Radarsignatur. Auch sind externe Waffenaufhängungen
unter den Tragflächen vorhanden, welche schon durch ihre bloße Anwesenheit die
Radarrückstrahlfläche ziemlich erhöhen dürften, ganz zu schweigen wenn sie
dereinst beladen sind.
Den Sinn und Zweck des rückwärtsgerichteten
Radars kann ich auch nicht ganz begreifen. Jeder Pilot wird sich hüten, auf
einem modernen Gefechtsfeld sein Radar unnötig einzusetzen. auch glaube ich
kaum, dass sich an Bord des Flugzeugs nach hinten feuerbare Raketen befinden. Wäre
das der Fall ist es auch noch fraglich, ob ein gestresster Pilot in einem wilden
Luftkampf diese auch gezielt einsetzen könnte. Er wird mehr damit beschäftigt
sein, den Raketen seines Hintermanns auszuweichen. Falls er auch diese Hürde überwinden
könnte, ist es doch trotzdem noch fraglich, ob die eingesetzte Rakete in einer
extrem kleinen Flugzeit ein Ziel aufschalten und auch noch treffen könnte. Die
Reichweite des Radars wird wegen des geringen Platzes im Heck nicht gerade überwältigend
sein.
Die Zukunft der MiG sieht derzeit
nicht gerade rosig aus. Zu einem Einsatz in der Truppe wird es wahrscheinlich
nie kommen. Der Stückpreis dürfte sich zwischen 70 und 100 Mio. $ bewegen, zu
viel für Russland. Die MiG wird daher eher als Versuchsträger für technische Lösungen
Verwendung finden, die dann später in neu zu entwickelnde Jäger einfließen.
Mehr MiG 1.42 Bilder
BACK
|