F-16 Falcon

 

Mit Beginn der 70'er Jahre begann man beim amerikanischen Militär objektiv über Fehler und Lehren des Vietnamkriegs nachzudenken. Eine der größten Erkenntnisse war wohl, dass das amerikanische Militär nicht mehr so großen Rückhalt unter der eigenen Bevölkerung hatte. Man zweifelte an diversen Einsatztaktiken und es wurde zunehmend Kritik laut. Es war also anzunehmen, dass man für zukünftige Rüstungsprojekte weniger reichlich mit finanziellen Mitteln ausgestattet werden würde als bisher. Ein anderer Grund zum Umdenken waren die Erfahrungen mit den vietnamesischen Flugzeugen der Typen MiG-17 und MiG-21. Diese Typen waren den amerikanischen Jägern in Anzahl, Feuerkraft und Sensorausrüstung weit unterlegen. Damals waren Mittelstrecken-Luft-Luft-Raketen noch äußerst uneffizient. Die Trefferchance mit der amerikanischen AIM-7 waren nicht erwähnenswert. Außerdem musste man mit einem wenig leistungsstarken Radar ständig eine Aufschaltung halten. Der Luftkampf spielte sich darum zwangsläufig auf kürzeste Entfernung, mit Sidewinder oder Bordkanonen ab. Und hier schlug die Stunde der sowjetischen Maschinen. Sie waren oft in der Lage, die weit größeren amerikanischen Flugzeuge durch geschicktes Kurven auszumanövrieren.

Diese Gründe führten zur Ausschreibung eines "Leichtjägers", welche die YF-16 gegen die YF-17 für sich entschied. Beides hervorragende Entwürfe, jedoch erwies sich die YF-16 in den meisten Punkten als weit überlegen. Der YF-17 wurde aber in veränderter Form später eine Kariere als F/A-18 ermöglicht.

Einer der Hauptgründe für die geringe Größe der F-16 war die Verwendung nur eines Triebwerks. Die sich daraus ergebenden Probleme bei Beschuss oder Ausfall wurden als zweitrangig eingestuft. Man setzte vollstes Vertrauen in das Pratt & Whitney F-100 Triebwerk, ähnlich dem der F-15. Durch die gemeinsame Verwendung eines Triebwerks ergaben sich weitere Kosteneinsparungen. Andere Gründe für Gewichtseinsparung sind die Verwendung einer Fly-By-Wire Flugsteuerung sowie der Verzicht auf einen Waffensystemoffizier, was sich in einem hochtechnisierten Gefechtsfeld voller Bedrohungen sehr schnell als "Schuss nach hinten" erweisen kann. Nach den Erfahrungen aus dem Golfkrieg entschloss sich beispielsweise Frankreich die Mehrheit seiner neuen Rafale-Jäger als Zweisitzer zu bestellen. 

Die erste F-16 wurde am 6.01.1979 übergeben und im Oktober 1980 erreichte die erste mit ihr ausgerüstete Einheit ihre volle Einsatzbereitschaft.

 

Cockpit
Die F-16 besitzt eine zweiteilige Kanzel, die dem Piloten eine exzellente Rundumsicht ermöglicht. Der Pilot thront in einem um 30° nach hinten geneigten ACES II Schleudersitz. Dadurch kann er länger Manöver mit hohen g-Belastungen fliegen. Die Steuerung erfolgt über HOTAS, der Steuerhebel ist rechts und der Schubhebel links. Die Cockpitanzeigen bestehen aus 2 MFD's und mehreren analogen Rundinstrumenten.

Avionik
In der F-16 findet ein APG-66 Radar seinen Einsatz. Dieses musste wegen des geringen Platzangebots in der Nase sehr klein gehalten werden. Es verfügt sowohl über Luft-Luft als auch über Luft-Boden Modi. Es war eines der ersten Geräte, die mit digitalen Signalrechnern arbeiteten. Diese ermöglichen die Herausfilterung von Störflecken und die Darstellung der Daten als vereinfachte Symbole auf dem HUD. Die Rechweite geht unter günstigsten Bedingungen bis 85 km. Neuere Versionen erhielten das leistungsstärkere APG-68. Es ist zuverlässiger, hat eine Reichweite bis 150 km, verfügt über einen leistungsfähigeren Computer, ist wenig empfindlich gegen Störmaßnahmen und besitzt einen neuen Modus für Einsätze über der See. Später wurde auch teilweise das APG-85V5 eingebaut.
Zur Leistungssteigerung und für Bodenangriffe wird die F-16 häufig mit LANTIRN-Behältern ausgerüstet. Diese bestehen aus einem Ziel- und einem Navigationsbehälter und beinhalten FLIR und Laser Designatoren. Es ist auch möglich ein ASQ-213 HARM Targeting System mitzuführen.
Jede F-16 verfügt serienmäßig über Radarwarnempfänger und Störmittelbehälter sowie Jammer.

Bewaffnung
M-61 Vulcan 20-mm Bordkanone, AIM-9 Sidewinder, AIM-7 Sparrow, AIM-120 AMRAAM, diverse Luft-Boden-Waffen

 

Die F-16 ist heute das Arbeitspferd der US Air Force. Sie übernimmt Abfangaufgaben oder schleppt bis zu 10 t Bomben und Raketen zu einem Bodenziel. Sie ist in der Lage Panzerkolonnen Fahrzeug für Fahrzeug mit Mavericks aufzurollen oder punktgenau Bunker oder Gebäude mit Laser gelenkten Bomben zu treffen. In jüngster Zeit übernimmt sie auch die Aufgabe der F-4G als Wild Weasel. Diese Aufgabe soll sie dank des ASQ-213 HTS sogar besser durchführen als die F-4G, wobei es aber doch schnell zu einer Überlastung des einzelnen Piloten kommen dürfte.

Die F-16 erfreut sich nicht nur in den USA größter Beliebtheit, sondern wurde auch in großen Stückzahlen exportiert, wobei die ersten Länder schon über die Ausmusterung nachdenken. Dies ist auch ein Grund warum die F-16 nicht als Eurofighter in Frage kam. Sie ist einfach schon zu alt. Ihr Entwicklungspotential ist erschöpft und mit nur einem Triebwerk ist sie doch relativ beschussempfindlich.

 

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