F-111 Aardvark

Um Präzisionsangriffe über große Entfernungen führen zu können, bedarf es einer ganz speziellen Art von Kampfflugzeug. Es sollte groß genug sein, um eine ausreichende Treibstoffmenge und eine große Waffenlast aufzunehmen. Es sollte über zwei Triebwerke verfügen, um erstens eine gute Leistung bereitzustellen und zweitens die bei Tiefflugeinsätzen unvermeidlichen Treffer und damit einem möglichen Triebwerksausfall zu begegnen. Es sollte über eine variable Tragflächengeometrie verfügen, denn nur diese bietet beim heutigen Stand der Technik genügend Flexibilität um hohe Geschwindigkeit mit extremer Manoverierbarkeit in niedrigen Geschwindigkeiten zu vereinigen. Es sollte über ein 2-Mann-Besatzung verfügen, da ein Pilot überfordert seien dürfte und sich ein zweiter Mann um Navigation, Waffeneinsatz und ECM kümmern sollte.

Wie viele Typen gibt es, die diese Anforderungen erfüllen? Es sind der Tornado, die Su-24 und die F-111.

Die Entwicklung begann in den 60‘er Jahren, als man bei Airforce und Navy einen neuen Jäger suchten, der sich für sowohl zur Erringung der Luftüberlegenheit, wie auch zu Bodenangriffen und zur Aufklärung eignete. Von den eingereichten Modellen erwies sich die F-111 als am gelungensten. Die neuen Maschinen wurden nach einer recht kurzen Erprobungszeit 1968 nach Thailand verlegt und kamen anschließend in Vietnam zum Einsatz. Da dabei 3 Maschinen verloren gingen wurde ein Einsatzverbot erteilt und die Maschinen in die USA zurückverlegt. Nach einigen Modifikationen und einem besseren Pilotentraining kamen die Maschinen dann ab 1972 wieder zum Einsatz, diesmal mit besserem Erfolg.

Nach dem Krieg wurden die Maschinen weiter entwickelt und der nächste Kampfeinsatz war die Operation „El Dorado Canyon“, bei der im April 1986 Ziele in Libyen angegriffen wurden. Die F-111 war damals das einzige Flugzeug im Arsenal der US Airforce, das zu einem Solchen Angriff in der Lage war.

Ihren letzten großen Auftritt durfte die F-111 während der Operation „Desert Storm“ erleben. Anschließend fiel sie leider den Haushaltskürzungen der USA zum Opfer und hinterließ ein Loch, dass auch in Zukunft von keinem andern Typ ausgefüllt werden kann.

 

Cockpit
Pilot und Navigator/Bombenschütze sitzen nebeneinander. Das gesamte Cockpit ist mit einem Rettungssystem ausgestattet, der es im Notfall komplett vom Flugzeug trennt und an einem Fallschirm zu Boden gleiten lässt. Separate Schleudersitze sind nicht vorhanden, entweder beide oder keiner.

Die Instrumentierung änderte sich während der Nutzungsdauer mit den Maschinen und umfasste letztlich auch MFDs.

 

Avionik

Als Hauptsensor verwendete die F-111 ein AN/APQ-144 Mehrbetriebsarten Radargerät. Zur Geländeverfolgung im Tiefstflug kam zusätzlich ein AN/APQ-146 zum Einsatz.   

 

Versionen

F-111A -erstes Serienmodell
F-111B -von der Navy geplantes Jagdflugzeug für die AIM-54
-wurde gestrichen
F-111C -Exportversion für Australien
-entspricht F-111A
-acht Waffenträger unter den Flächen (nicht nur 6)
F-111D -verbesserte Version
-neues Triebwerk TF30-P-9
-Mk-II-Avionikpaket
F-111E -nachgebesserte F-111A
F-111F -vereinfachte F-111D
-Triebwerk TF-30P-100
-einfachere Avionik
-„Pave Tack"
F-111G -für das TAC modifizierte F-111A
FB-111A -strategischer Bomber
-größere Spannweite
-Einsatz von SRAM
FB-111B -geplante Verbesserung der FB-111A
-Triebwerk GE-F101
-wurde gestrichen

 

 

Mehr F-111 Bilder

BACK