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Entwicklung und Technik
Entwicklung
Nach dem 2.WK
wurde in Europa der Fehler begangen, in den einzelnen Ländern die Luftfahrtindustrie
verkümmern zu lassen. Zwar wurden in Frankreich, Großbritannien, Schweden und Italien
noch hervorragende Flugzeuge entwickelt und gebaut, jedoch sah man es in immer mehr
europäischen Ländern als günstiger an, Luftfahrttechnik beim großen Bruder am Westufer
des atlantischen Ozeans einzukaufen. Dieses hatte zwar den Vorteil, relativ kostengünstig
an ein in der Nato standardisiertes Flugzeug zu kommen, aber man begab sich auch in eine sehr starke
Abhängigkeit. In den
60'er Jahren kaufte sich Europa, und allen voran Deutschland und Italien, den
"Starfighter" der amerikanischen Firma Lockheed ein. Damit begann eine
nie dagewesene Serie von Flugzeugkatastrophen. In Deutschland begann man in den 60'er Jahren
dieses Flugzeug durch einen Notkauf von ebenfalls amerikanischen "F-4F Phantom
II" zu ersetzten.
Diese wurden aber eigentlich auch nur als Notlösung angesehen, da
sie zwar ein sehr robustes und leistungsfähiges Flugzeug war, in Sachen Wendigkeit im
Luftkampf auf kürzere Entfernungen aber nicht gerade eine Meisterin war. Für die 60'er
und 70'er Jahre war sie allerdings ausreichend. In den späten 80'er und frühen 90'er
Jahren wurde die "Phantom II" dann nochkampfwertgesteigert, da sich ihre
Dienstzeit bis ins nächste Jahrtausend verlängern sollte.
Dieses war eigentlich nicht geplant. Seit Beginn der 80'er Jahre fanden verschiedene
technische Untersuchungen zwischen Deutschland,
Großbritannien und Frankreich statt, mit dem einzigen Grund,
die Möglichkeiten einer gemeinsamen Entwicklung eines europäischen Jägers für die
90'er Jahre zu untersuchen. Damit lag auch nahe, dem Projekt den Namen "Jäger
90" zu geben. Offizieller Beginn der Entwicklung war der Dezember 1983. Mittlerweile
waren auch Spanien und Italien dem Bündnis beigetreten. In Italien war die Einführung
eines neuen Jägers besonders wichtig. Man hatte hier den "Starfighter" bis in
die 80'er Jahre hinein eingesetzt. Als "kurzfristiger" Ersatz wurden sogar
"Tornados" der Royal Airforce geleast.
Es folgten Durchführbarkeitsstudien und
Forderungsdokumente der einzelnen Staaten. Durch den Bau von "Tornado",
"Alphajet" und "Jaguar" hatte man zwar schon Erfahrungen mit
innereuropäischen Flugzeugentwicklungen gesammelt, aber der "Jäger 90" sollte
für 5 verschiedene Nationen entwickelt werden und trotzdem noch einer der besten Jäger
der Welt werden. Im Jahre 1985, nach ziemlichen Reibereien und Verzögerungen, einigt man
auf die endgültige Konzeption. Als Eckdaten gelten Flügelfläche 50m², Leermasse 9,75 t
und Schub pro Triebwerk 90kN. Frankreich scheidet im selben Jahr aus und entwickelt ein
eigenes Jagdflugzeug unter dem Namen "Rafale". Manche Leute sagen heute,
Frankreich habe die Entwicklung des "Jäger 90" absichtlich gestört und in die
Länge gezogen und sei dann nach der Sammlung von genügend Daten, abgesprungen. Die
Ähnlichkeiten von "Eurofighter" und "Rafale" sind wohl auch
unverkennbar.
Nach mehreren Regierungsvereinbarungen und der Gründung der "NATO European Fighter
Aircraft Development and Logistic Management Agency", werden im November 1988 die
Entwicklungsaufträge an die Eurofighter GmbH und die Eurojet GmbH vergeben. 1991 beginnt
die Endmontage der ersten Prototypen. Durch den Zusammenbruch des Warschauer Paktes, und
damit der veränderten verteidigungspolitischen Zustände in Europa und der ganzen Welt,
wurde auch das Projekt "Jäger 90" in seiner damaligen Konzeption, besonders in
Deutschland, in Frage gestellt.
Im Jahre des Herrn 1992 einigt man sich aber dann doch auf
die Weiterführung. Jedoch wurden die bestellten Einheiten gekürzt und die Industrie
musste sich verpflichten, den Kaufpreis um 30% zu senken. Auch wurde die Einführung in
den aktiven Truppendienst erstens um mindestens 3 Jahre nach hinten hinaus geschoben und
zweitens auch insgesamt gestreckt. Damit kam man der doch recht angespannten
wirtschaftlichen Lage in den vier Entwicklerländern entgegen. 1994 erhebt sich der erste,
mittlerweile "Eurofighter 2000" getaufte Vogel, majestätisch in den Himmel über
Manching. 1997 werden, nach Verzögerungen vor allem in Deutschland, die Haushaltsmittel
für den Entgültigen Bau und die Beschaffung von insgesamt 620 Jägern, davon 180 für
Deutschland, freigegeben. Regierungsvereinbarungen über den Bau werden unterzeichnet.
Technik
Konfiguration/Aerodynamik
Der "Eurofighter besitzt eine Delta-Canard-Auslegung für hohe Flugleistungen und
hohe Agilität in allen Geschwindigkeitsbereichen. Die unter dem Rumpf liegende
Lufteinlässe sorgen für ein ausgezeichnetes Anströmverhalten, auch bei hohen
Anstellwinkeln. Das Flugzeug vereint einen Hochauftriebflügel mit niedrigem
Flugzellengewicht und sehr starken Triebwerken. Es ist inhärent aerodynamisch instabil.
Ohne die computergestützte Steuerung würde der Vogel heftig nach oben ausbrechen, er
wäre von einem Piloten nicht steuerbar.
Auf
extreme stealth-Eigenschaften wurde bei der Entwicklung des Eurofighters
weitestgehend verzichtet, man versuchte lediglich den „natürlichen“
Radarquerschnitt so gering wie möglich zu halten. Dies hat eine ziemliche
Kostenersparnis zur Folge. Solche Eigenschaften, wie sie die F-22 oder die
F-117A besitzen nützen nur beim Einsatz in großräumigen ebenen Gebieten in
mittleren oder großen Höhen. Der Eurofighter wurde aber für den BVR Einsatz
konzipiert, hierfür genügt ein möglichst geringer Radarquerschnitt. Hinzu
kommt noch, daß für ein Stealth-Flugzeug die Waffenlast intern mitgeführt
werden muss, was deren Umfang ziemlich einschränkt.
Der
Eurofighter ist derzeit nach F-22, F-117A und B-2 das Flugzeug mit dem
niedrigsten Radarquerschnitt. Er beträgt etwa 1/7 der Su-27 oder 1/3 von F/A-18
oder Rafale.
Struktur
Es erfolgt eine Gliederung in Gliederung in Vorderrumpf, Mittelrumpf, Heck, linker
Flügel, rechter Flügel und Seitenleitwerk. Die Konstruktion erfolgte auch unter dem
Gesichtspunkt, ein Flugzeug mit möglichst geringem Radarquerschnitt zu erschaffen. Dies
gelingt gänzlich ohne die Verwendung irgendwelcher aktiv-radarabsorbierenden Materialien
oder Gerätschaften. Die Gründe dafür sind die gelungene Konstruktion von Zelle und
Tragwerk, die großflächige Verwendung von Kohlefaser-Verbundwerkstoffen, Aluminium und
Titan, was auch zu einer Gewichtsreduzierung führte, sowie der Anbringung der Bewaffnung,
halbversenkt unter dem Rumpf. Die Zelle ist für 6000 Flugstunden oder 25 Jahre Nutzung
bei Lastvielfachen bis zu 9g ausgelegt.
Flugsteuerung
Diese erfolgt über ein
digitales, 4-kanaliges Fly-By-Wire System (3-fach redundant), welches die vom
Piloten am Steuerknüppel ausgeführten Bewegungen über Sensoren aufnimmt, in
den vier vorhandenen Rechnern verarbeitet und als Steuersignale an die an den Flächen
und Klappen angebrachten Servomotoren weitergibt. Die Flugsteuerung umfasst
ebenfalls die Bewaffnung und die Treibstoffversorgung.
Die
Flight Control Computers (FCCs) sind sowohl untereinander als auch jeweils mit
den einzelnen Sensoren und Anzeigen verbunden.
Das
Flight Control System (FCS) garantiert ein „carefree handling“ (CFH), was
bedeutet, daß der Pilot seine Maschine nicht mit Flugmanövern überlasten und
sie beschädigen kann, sondern das FCS wird nur solche Manöver fliegen, welche
der Eurofighter in der jeweiligen Situation auch „verträgt“.
Das
FCS ist ebenfalls für die Flugsteuerung zuständig, was nicht nur einen
Autopiloten, sondern auch automatische Patrouillenflüge und Angriffe umfasst.
Ein „Panikknopf“ für den desorientierten Piloten gibt es auch noch. Bei Betätigung
wird das Flugzeug automatisch in einen leichten Steigflug gebracht.
Bewaffnung
Diese besteht aus Kurz-und Mittelstreckenraketen für den Luftkampf, Bordkanone, diverse
Abwurfwaffen sowie dem Verteidigungshilfssystem DASS und wird auf einer anderen Seite noch
genauer erklärt.
Avionik
Sie ist modular aufgebaut und gliedert sich in die Subsysteme Kommunikation, Navigation,
Anzeige-und Bedieneinrichtungen, Feuerleit/Identifizierung und EloKa.
Feuerleitung
Bei der Suche nach einem passenden Radars für den
Eurofighter gab es zwei Möglichkeiten. Die erste war ein Neuentwicklung, was
aber schon aus Kosten- und Zeitgründen nicht gewählt wurde. Die andere
Alternative war der Einsatz eines vorhandenen Gerätes oder die
Weiterentwicklung eines solchen.
Zur Auswahl standen „Foxhunter“ des Tornado
ADV, das „Blue Vixen“ des Sea Harrier FA.Mk 2 sowie das amerikanische
AN/APG-65. Letzteres wurde besonders von Deutschland bevorzugt, da man in der
F-4F der Bundesluftwaffe gute Erfahrungen mit dem Gerät gesammelt hatte und
sich eine ziemliche Kostenersparnis wegen eines Rückgriffs auf vorhandene
Logistik erhoffte. Auch war AEG an der Herstellung beteiligt. Spanien war auch
nicht gerade abgeneigt dieses Radar einzusetzen, da man bereits die F/A-18 flog.
Für die letztliche Ablehnung sprach schließlich eine Exportbeschränkung für
bestimmte nötige Bauteile, um das Radar an die geforderten Leistungen
anzupassen. Es darf nicht vergessen werden, daß das AN/APG-65 ein für die
F/A-18 entwickeltes Radar ist. Ohne die entsprechende Anpassung entsprach es
aber den Anforderungen, vor allem was die BVR Kapazitäten betraf nur sehr ungenügend.
Der nächste Kandidat war das „Foxhunter“, welches aber wegen falscher
Bandbreite der verwendeten Frequenzen gestrichen wurde.
Blieb
noch das „Blue Vixen“, welches von vornherein den Anforderungen an ein europäisches
Radar am besten entsprach. Es diente daher auch als Basis für das „ECR-90“.
Es wurde ein Firmenkonsortium mit der Herstellung beauftragt. Die einzelnen
Hersteller sind:
GEC Avionics: Empfänger, Antenne, Signalprozessor
FIAR: Transmitter
Inisel: Antennenplattform, Testausrüstung
Das
erste Radar wurde in nur 18 Tagen fertiggestellt, 15 Prototypen sollen insgesamt
getestet werden. Größere Probleme gab es nur mit dem Radom, welcher Störflecken
hervorrief.
Im Cockpit gibt es keine eigene Radar-Steuerung, alle Funktionen werden über
das HOTAS-system angewählt.
Die Verwendung einer „normalen“ elektro-mechanisch gesteuerten Antenne wird
von einigen Experten als Vorteil gegenüber einer phasengesteuerten
Gruppenantenne angesehen, da deren Technik im Moment noch nicht ausgereift ist.
Das
Radar bietet eine Vielzahl von Luft-Luft- und Luft-Boden-Modi und ist voll
look-up und look-down fähig. Es kann automatisch Luftziele identifizieren und
ihnen Prioritäten zuweisen. Zu den Luft-Boden-Modi zählen die automatische
Aufklärung und Verfolgung von beweglichen Zielen, Kartografierung, Geländedarstellung,
Entfernungsmessung oder das Herausfiltern von durch Wellen hervorgerufenen Störsignalen
bei Flügen über Wasser. Automatischer Waffeneinsatz wird ebenfalls unterstützt.
Das Radar ist relativ unempfindlich gegenüber ECM.
Der
größte Vorteil des Radars ist das „data-adaptiv scanning“, bei dem das
Suchmuster der Antenne beliebig an die jeweiligen Erfordernisse angepasst werden
kann, es gibt keine vorher festgelegte Anzahl, sondern das System bestimmt die
Suchmuster selbst. Voraussetzung hierfür ist aber eine extrem leichte, aber
trotzdem stabile Antenne, sowie ein extrem leistungsfähiger Antennenantrieb.
Beides ist vorhanden. Es ist auch möglich, Luft-Luft- und Luft-Boden-Modi
gleichzeitig laufen zu lassen.
Ab ca. dem
Jahr 2015 soll in "Eurofighter" das gerade neu entwickelte AMSAR zum Einsatz
kommen. Dieses neuartige Radar besitzt keine mechanische Antenne mehr, sondern die
Emissionen werden durch viele kleine Module erzeugt, welche ihre Strahlungen bündeln
können, um eine größere Reichweite zu erreichen. Gleichzeitig kann man das Sensorfeld
auch in mehrere Abschnitte einteilen und so eine Mehrfachverfolgung von Zielen erreichen.
Dies geschieht synchron, ohne zwischen den einzelnen Zielen umschalten zu müssen. Es
können Luft-Luft, Luft-Boden und Terrain-Folge Modes gleichzeitig benutzt werden. Durch
die Möglichkeit der genauen Steuerung und Bündelung des Radarstrahls sinkt die
Wahrscheinlichkeit der Ortung. Es wird möglich sein, mehrere verschiedene Störsender
gleichzeitig zu Orten und zu überlagern. Durch gleichzeitige Aussendung verschiedener
Radarstrahlen in einem bestimmten Gebiet ist es möglich, Flugzeuge mit Stealth Eigenschaften zu orten. Das Radar bleibt auch bei sehr hohen g-Kräften voll
funktionsfähig (keine mechanischen Teile) und es ist sogar möglich, Ziele trotz eines
Winkels der Flugbahnen von über 90° aufzuschalten.
Ein
weiterer Sensor, diesmal zur emissionsfreien Aufklärung, Erfassung und
Verfolgung von Luftzielen, ist das IRST (InfraRed Search and Track). Es arbeitet
völlig passiv und kann zum Einsatz aller Kurzstreckenwaffen benutzt werden,
allerdings nur bei gutem Wetter, da Wolken, Regen und/oder Schnee seine Arbeit
recht stark behindern. das IRST umfasst mehrere Modi, wie z.B. multi-target
track while scan incl. prioritisation oder single-target track incl.
Entfernungsermittlung und Identifikation. Es werden die Frequenzbereiche von 3
und 11µm benutzt. Das IRST kann auch manuell vom Piloten mittels Helmvisier
gesteuert werden.
Das
IRST kann auch als einfaches FLIR benutzt werden. Die Bilder werden dann direkt
auf einem MFD angezeigt.
Um
auch bei schlechten Witterungsbedingungen die Anwesenheit einer
"Raubkatze" so lange wie möglich geheim zu halten, besteht noch die Möglichkeit
online via Datalink von einem AWACS Informationen über eigene Lage und Standort
sowie Feindlage zu erhalten.
Cockpit
Im
Normalfall ist der "Eurofighter" als Einsitzer ausgelegt, es
existieren jedoch auch voll kampffähige zweisitzige Trainingsversion. Der Pilot
sitzt in einer halb liegenden Position mit hochgestellten Beinen, auf einem
Martin Baker Mk 16a Schleudersitz.
Der Pilot wird mittels Head-up Display (HUD), drei Multifuction Head-down Displays (MHDDs),
einem Helmet-Mounted Display (HMD), Datalink Message Panel (DMP) und einem Warning
Panel (WP) mit einer Fülle von Informationen versorgt.
Das
HUD befindet sich direkt vor dem Piloten in Sichthöhe und besteht aus sehr großen
Fläche zur Darstellung der holographischen Strukturen. Sowohl aktuelle Flug-
und Zieldaten, wie auch das FLIR-Bild können angezeigt werden.
Direct darunter
befindet sich das DMP, welches die Funkgerätebedienung, Treibstoff- und
Triebwerksanzeigen sowie das MIDS-Display umfasst. Das Multifuction Information
Distribution System (MIDS) erlaubt die verschlüsselte Übertragung von Daten
und Sprache.
Bei den drei MHDDs handelt es sich um 150x150 mm große LSDs. Diese können vom
Piloten mit verschiedenen Inhalten versehen werden. Es stehen insgesamt 21
verschiedenen Modi zur Verfügung, wovon der Pilot aber jeweils nur 5 pro
Flugphase auswählen kann. Eine Vorauswahl für die einzelnen Flugabschnitte
trifft er vor dem Start, jeweils nach Auftrag und Bedrohung entsprechend.
Zur
Steuerung der einzelnen Cockpitfunktionen stehen neben Schaltern an den MHDDs
und dem DMP auch noch 24
Fingerdrucksteuerfunktionen an Steuerknüppel und Gashebel zur Verfügung. Diese
auch Hands On Throttle and Stick (HOTAS) genannte Konfiguration erlaubt es dem
Piloten, ohne die Flugzeugkontrollen los zu lassen, die wichtigsten Funktionen
des Flugzeugs zu steuern.
Zur
noch schnelleren Befehlseingabe verfügt der Eurofighter über einen Direct
Voice Input (DVI). Damit ist der Pilot in der Lage, direkt mit seiner Stimme
Befehle einzugeben. Das System umfasst insgesamt 200 Wörter und es können nur
unkritische Befehle gegeben werden, die nicht unmittelbar die Flugsteuerung oder
den Waffeneinsatz betreffen. Zur Kontrolle werden die erkannten Worte auf dem
HUD dargestellt.
Das
DVI ist Teil des Communications and Audio Management Unit (CAMU). Dieses umfasst
die gesamt Sprachübermittlung innerhalb des Cockpits zwischen Pilot und
Funkausrüstung oder Pilot und DVI. Es verfügt ebenfalls über ein Voice
Warning System, welches den Piloten über Notsituationen informiert.
Das
HMD des Piloten umfasst einen Sichtbereich von 30x40°. Es zeigt dem Piloten
alle wichtigen Flugdaten an, sobald er sein Blickfeld vom HUD entfernt. Die „Target
Designation Box“ wird immer angezeigt. Es ist dem Piloten auch möglich mit
dem HMD Ziele im Nahbereich außerhalb der Sensoren aufzuschalten und zu
verfolgen, sowie die Zieldaten an die Kurzstreckenraketen abzugeben. Die
Aufschaltung geschieht dann mittels DVI oder den HOTAS Kontrollen. In den Helm
sind auch zwei restlichtverstärkende Kameras, Night Vision Enhancement (NVC),
eingebaut, deren Bild auf den Visor übertragen wird.


Triebwerke
EJ 2000
Es sind modulare
Zweiwellen-Mantelstrom-Triebwerke mit Nachverbrennung und konvergent-divergenten
Düsen sowie digitalen Triebwerksregelungen mit automatischer Selbstdiagnose.
Sie verleihen dem "Eurofighter" die Möglichkeit zum Supercruise (Mach
1.1).
Der Hersteller
des Triebwerks ist Eurojet, einem Firmenkonsortium aus Rolls-Royce, MTU, Fiat
und ITP. Die Konstruktion geht zurück auf das XG40 Versuchstriebwerk von
Rolls-Royce für ein zukünftiges europäisches Jagdflugzeug, welches am
23.12.1987 vorgestellt wurde. Knapp ein Jahr später, am 28.11.1988 wurde das
erste EF200 in Betrieb genommen.
Es hat ein
Schub-Gewichts-Verhältnis von 10:1, ein Verdichtung von 26:1 und ein Bypassverhältnis
von 0.4:1. Der Schub ohne Einsatz der Nachbrenner beträgt 60 kN (13.500 lb) und
mit Nachbrenner 89 kN (20.000lb). Der Eurofighter wird damit auch bei
Kampfbeladung noch ein Schub-Gewichts-Verhältnis von 1:1 besitzen. Dadurch
erreicht er beispielsweise Mach 1.5 und eine Flughöhe von 11.582 m in unter 2.5
min vom Lösen der Bremsen an. Für den V-Fall ist eine Leistungssteigerung von
15% ohne und 5% mit Einsatz des Nachbrenners, bei gleichzeitiger Verringerung
der Lebensdauer möglich.
Alle
Triebwerksfunktionen werden ständig überwacht. Die Triebwerke haben eine
durchschnittliche Lebensdauer von 6.000 h, was etwa 25 Nutzungsjahren
entspricht, einige Steuerteile haben 4.500 h.
Durch
konstruktive Veränderungen während der Nutzungszeit lässt sich die Leistung
weiter steigern, das Ergebnis währe ein Schub von 94 kN ohne und 120 kN mit
Einsatz des Nachbrenners. In Spanien wurden bereits bei ITP Bodenversuche mit
einer Schubvektorsteuerung unternommen, die langfristig als Kampfwertsteigerung
in die bis dahin vorhandene Eurofighterflotte eingebaut werden soll. Derzeit
besteht aber kein Bedarf. Auch müsste die Software der Flugsteuerung komplett
überarbeitet werden.
Nach
Einbau der Triebwerke in die ersten Prototypen zeigte sich, daß der
Leerlaufschub so groß ist, daß die Piloten die Bremsen einsetzten müssen um
bei rangieren nicht zu schnell zu werden.
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