B-52 Stratofortress

 

Die „BUFF“ wird wohl dereinst als das am längsten im aktiven Truppendienst verwendete Kampfflugzeug in die Analen der Luftfahrtgeschichte eingehen. Derzeit gibt es in den USA Planungen, das alte Schlachtross bis über das Jahr 2040 hinaus in Dienst zu belassen.

Ihre Geschichte begann kurz nach Beendigung des 2.Weltkriegs. Geblendet durch die angeblichen Erfolge der Bomberflotten über dem europäischen und pazifischen Kriegsschauplatz, sowie in völliger Überschätzung der neuen Atombomben, setzte man in den Vereinigten Staaten auch für die Zukunft auf eine große Bomberflotte. Die B-36 war gerade in Serienproduktion gegangen und sollte der letzte Propeller getriebene Bomber der USAAF sein. Die Zukunft gehörte den Strahltriebwerken, das hatte man mittlerweile erkannt.

Die Anforderungen waren also klar. Der neue Bomber sollte größer werden, als alles bisher dagewesene. Ersollte eine gigantische Bombenlast um den halben Globus transportieren und dabei bei Geschwindigkeiten um die 1.000km/h den gegnerischen Jagdflugzeugen entkommen.

Im Frühjahr 1952 hoben die beiden Prototyp XB-52 und YB-52 zu ihren ersten Testflügen ab. Sie waren hässliche Erscheinungen. Der Rumpf war sehr lang, hatte aber nur einen vergleichsweise geringen Durchmesser. Die extrem weiten und gepfeilten Tragflächen, die die Flugzeuglänge um 8 Meter übertrafen, hingen von ihren Schultern herab. Aber sie waren die größten Flugzeuge, die bis dahin je gebaut worden waren. Für den Antrieb sorgten acht Pratt & Whitney YJ57-P-3 Turbojet Triebwerke, die die jeweils paarweise in Gondeln unter den Tragflächen aufgehängt waren. Die Tests ergaben viele notwendige konstruktive Verbesserungen, die anschließend in die Serienmaschinen einflossen.

Ab 1954 wurden die Bomber ausgeliefert. Äußerlich war die B-52A den Prototypen sehr ähnlich. Allerdings wurde die Flugzeugnase verändert. Während die beiden Piloten in den Vorserienmustern noch hintereinander angeordnet waren, wurden ihre beiden Sitze nun nebeneinander angeordnet. Da man mittlerweile erkannt hatte, daß der Bomber unmöglich angreifenden Jägern entkommen konnte, wurde im Heck ein mit 4 MG's bestückter Waffenstand installiert.
Nach nur drei Maschinen wurde die Serienproduktion auf die B-52B umgestellt. Ihr Vorteil lag darin, daß es nun möglich war unterschiedlichste Nutzlastspezifikationen ohne große Umrüstung des Waffenschachts zu transportieren. Zusätzlich konnte nun neben Bombeneinsätzen auch optische Aufklärung geflogen werden. Ein Navigationssystem, welches auch zum exakten Bombenwurf verwendet wurde, wurde installiert. Für den Antrieb der insgesamt hergestellten 50 B-52B sorgten J57-P-19W oder J57-P-29WA.
Die folgenden 35, als B-52C bezeichneten Serienmaschinen verfügten über größere Tragflächentanks, welche die Reichweite um ca. 500 Meilen erweiterten

Ab 1956 wurde das erste größere Los, die B-52D, hergestellt. Die 170 Maschinen unterschieden sich nur unwesentlich von der B-52C. Es wurde nun eine Brandunterdrückungsanlage eingebaut und die Fähigkeit zur Aufklärung entfiel.

Ab der B-52E forderte man auch die Möglichkeit zum Tiefflug, um das gegnerische Radar zu unterfliegen. Dies erforderte strukturelle Verstärkungen und den Einbau eines besseren Navigationssystems (AN/ASQ-38).

Der Forderung nach mehr Leistung folgte man ab 1958 mit der B-52F, welche mit den neuen J57-P-43W, -P-43WA oder -P-43WB Turbojet Triebwerken ausgerüstet wurden.
Wirklich signifikante Maßnahmen der Kampfwertsteigerung kamen ab 1958, mit der B-52G, in den Truppengebrauch. Im Vergleich zu ihren Vorgängern wurde das Heck neu gestaltet. Das Seitenleitwerk wurde erheblich flacher und der Bordschütze wurde aus seiner Kanzel am Rumfende nach vorne zu den anderen Besatzungsmitgliedern verlegt. Die Steuerung der Heckwaffe erfolgte entweder über ein Radar oder manuell über eine TV-Kamera. Die Tragflächen wurden komplett überarbeitet und ihr internes Fassungsvermögen wurde nochmals gesteigert. Die B-52G war auch die erste Version, die Lenkflugkörper tragen und starten konnte.

Als letzte Serienversion wurden die 102 B52H ausgeliefert und sie ist heute die einzige noch im Einsatz befindliche Ausführung. Die alten Turbojets wurden nun durch Pratt & Whitney TF33-P-3 Turbofans ersetzt, die nicht nur leichter und leiser sind, sondern auch mehr Leistung bei gleichzeitig gesunkenem Treibstoffverbrauch liefern.

Sehr schwarze Stunden erlebte die „BUFF“ über Vietnam. Obwohl sie mit starken Störsendern ausgerüstet waren, gelang es der Vietnamesischen Luftabwehr Trotzdem eine Reihe von Maschinen abzuschießen. Hinzu kam noch MiG-21. Das Ergebnis war, daß die Einsatzspezifikationen überarbeitet wurden. Nichtmehr der Einsatz von Freifallbomben aus großen Höhen war nun gefordert, sondern entweder ein Einsatz von Marschflugkörpern oder der Angriff mit Eisen- oder Clusterbomben aus dem Tiefflug heraus.

Dazu wurde die Sensorausstattung von Mitte der 70er Jahre an ständig erweitert und verbessert, sowie fast jede mögliche Luft-Boden-Waffe in Arsenal der USAF ins Einsatzspektrum der B-52H übernommen. Dies führt dazu, daß die nun schon fast 50 Jahre alte „BUFF“ eines der vielseitigsten Bodenangriffsflugzeuge der USA ist. Da die Integrierung der Waffen in die B-1 nur sehr langsam vonstatten geht, dürfte sie das auch noch eine Weile bleiben.

 

Cockpit
Das Cockpit ist in zwei Decks unterteilt. Auf dem oberen nehmen Pilot und Co-Pilot, sowie dahinter der Electronic Warfare Officer, der sich um die Bedienung der umfangreichen ECM Ausstattung kümmert, platz. Rechts des EWO ist noch ein weiterer Platz, der aber derzeit nicht mehr besetzt ist. Das untere Flugdeck teilen sich der Radar Navigator, der für den Waffeneinsatz zuständig ist, und der Navigator. Die Instrumentierung der Piloten entspricht noch fast vollständig dem Stand der 50er Jahre, mit vielen Analoginstrumenten. Durch die ständige Kampfwertsteigerung hielten aber auch Bildschirme und Displays Einzug an den verschiedensten Konsolen. Alle sechs Plätze sind mit Schleudersitzen ausgestattet.

 

Avionik
Die Ausrüstung ist als fast komplett zu bezeichnen. Wegen der Größe der Maschine ist es möglich eine Vielzahl von Systemen unterzubringen. Dazu zählen neben einem Radar zur Navigation auch ein FLIR und ein TV-Navigationsgerät, welche die Sichtnavigation im Tiefflug bei fast jeder Wetterlage, erlauben. Die ECM Anlage besteht aus einer ganzen Batterie von Empfängern und verschiedensten Störsendern, welche wegen der relativ geringen Manövrierbarkeit und nicht vorhandenen Abwehrbewaffnung, auch zwingend erforderlich ist.

 

Bewaffnung
Bis zur B-52G waren alle Versionen mit einem Heckstand, der zuletzt eine M-61 Vulcan Maschinenkanone beherbergte, bewaffnet. Die B-52H verfügt nicht mehr über diese Defensivbewaffnung. Fast das komplette Spektrum amerikanischer Luft-Boden-Waffen, sowohl konventionell als auch atomar.

 

Heute wird die „BUFF“ fast ausschließlich als Lenkwaffenträger eingesetzt. Dadurch kommt sie nicht mehr in Reichweite der gegnerischen Luftabwehr, kann aber trotzdem sehr genau, viele verschiedenste Ziele mit einem Anflug, bekämpfen. Auch ist es wegen ihrer sehr großen Reichweite möglich, die Maschinen auf einer Base zentral zu stationieren und trotzdem jeden Punkt der Erde zu erreichen.

Die B-52 ist mittlerweile ziemlich in die Jahre gekommen. Leider kann sich die USAF nicht dazu durchringen sie endlich außer Dienst zu stellen und zu ersetzten. Dieses ist wohl auch derzeit nicht möglich, da es einfach keinen Ersatz gibt.
Und wer sich jetzt noch fragt wo der Spitzname "BUFF" her rührt, dem sei gesagt: "Big Ugly Fat Fucker".

 

 

 

 

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