B-2 Spirit

Die B-2 stellt nicht nur eines der außergewöhnlichsten Flugzeuge dar, sondern es ist auch mit Abstand das teuerste. Seine Ursprünge reichen zurück auf einen Entwurf der Gebrüder Horten. Diese Entwickelten den ersten Nurflügler. Dieses Konzept erlaubt es zwar ein Flugzeug mit sehr geringem Luftwiderstand zu bauen, die Konstruktion ist aber sehr instabil und nicht leicht zu fliegen. Dieses mussten die USA nach dem zweiten Weltkrieg auch eingestehen, als sie aus den ihnen in die Hände gefallenen deutschen Konstruktionsplänen die YB-35 und später die YB-49 fertigten. Beides hervorragende und zukunftsweisende Konstruktionen, jedoch den konventionellen Entwürfen unterlegen.

Im Jahre 1978 begann man in den USA mit der Entwicklung des "Advance Technology Bombers". Dieser sollte möglichst unbekannt in gegnerisches Territorium eindringen können und dort mobile ICBM-Systeme aufklären und vernichten. Er sollte dabei ohne Begleitschutz auskommen und möglichst unerkannt bleiben, da man auf Defensivbewaffnung verzichten wollte.
Die Lösung dieses Problems lag in einem Stealth-Flugzeug. Eine Verringerung der Radarsignatur eines Flugzeugs erreicht man entweder durch radarabsorbierende Materialien oder durch eine Oberfläche, die so geformt ist, dass sie auftreffende Radarstrahlen in alle möglichen Richtungen reflektiert. Und damit kommt wieder das Nurflüglerprinzip ins Gespräch. Nurflügler haben nicht nur einen geringen Luftwiederstand, sondern durch das Fehlen von Seitenleitwerken auch eine von Natur aus geringe Radarrefflektionsfläche. Durch die Verwendung hochentwickelter Rechnersysteme wurde es ermöglicht, die vorhandene Fläche noch auf geringen Radarquerschnitt hin zu optimieren. Das Ergebnis ist eine Radarsignatur der B-2 in Größe eines Spatzes, theoretisch. Dieses ist etwas 1/10 einer B-1B oder 1/100 einer B-52G.

Die Steuerung der B-2 wird über mehrere Klappenpaare an den Tragflächenenden sichergestellt. Diese, über ein FBW-System kontrollierten Klappen, übernehmen die Funktion der Höhen-, Seiten- und Querruder eines normalen Flugzeugs. Zwar können die Flugleistungen nicht mit modernen Jägern mithalten, aber im Vergleich zu Flugzeugen ihrer Größe ist die B-2 doch erstaunlich wendig.

Für den Antrieb der B-2 sorgen vier F118-100 Mantelstromtriebwerke, die paarweise jeweils tief in die Tragflächen eingebaut sind. Die Triebwerke sind auf eine möglichst geringe IR- und Radarsignatur hin optimiert. Die einströmende Luft wird über einen S-förmigen Kanal in die Triebwerke geleitet, um keinen direkten Zugang für mögliche Radarstrahlen zu den Triebwerken zu erlauben. Die Abgase werden über V-förmige Abgasschlitze an der Oberseite der Tragflächen abgeleitet und vor dem Austritt gekühlt. Zur weiteren Herabsetzung der IR-Signatur wird eine Chlor-Fluor-Schwefelsäure in den Abgasstrahl eingespritzt. Ein Nachbrenner fehlt völlig. Dieser ist auch nicht nötig, da die B-2 als Unterschallflugzeug ausgelegt wurde. Im Überschallbereich wäre die Belastung für die sehr empfindliche Zelle zu hoch und die radarabsorbierenden Stoffe auf der Oberfläche reagieren nicht sehr gut auf die hohen Temperaturen eines Überschallflugs.

 

Cockpit
Die Zwei-Mann-Besatzung ist auf nebeneinander angeordneten ACES II Schleudersitzen unter absprengbaren Dachsegmenten im vorderen Bereich des Flugzeuges untergebracht. Auf der linken Seite befindet sich der Platz des Piloten und rechts neben ihm sitzt der Mission Commander. Beide verfügen über 4 farbige MFD's, die frei konfigurierbar sind, eine Doppelsteuerung ist vorhanden. 

Avionik
Als Hauptsensor kommt ein AN/APG-181 Radar zum Einsatz. Dieser verfügt über diverse Modi zur Zielerfassung und Navigation, jedoch wird in der Regel ein NAVSTAR/GPS zur Weg-und Zielfindung dienen, da dieses keine Emmisionen abgibt. Als aktive Gegenmaßnahme wird ein AN/ZSR-63 mitgeführt.

Bewaffnung
diverse konventionelle Luft-Boden Waffen; keinerlei Defensivbewaffnung

 

Die B-2 wird wohl ein Außenseiter bleiben. Zwar ist sie in der Lage, eine sehr große Waffenlast über eine sehr große Entfernung fast unbemerkt ins Ziel zu tragen, jedoch werden nur 20 Stück gefertigt und sie wird sich darum auf den internationalen Kriegsschauplätzen rarer machen als ein Jagdtiger im 2.WK. Die sehr guten Stealth Eigenschaften müssen extrem teuer erkauft werden. Und dann wäre da noch die Tatsache, dass es heute schon unter sehr guten Bedingungen mit dem entsprechenden Equipment möglich ist, Stealth-Flugzeuge zu orten.

 

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